KISA präsentiert sich erfolgreich beim IT- und Organisations-Forum Sachsen 2009
Am 11. und 12. August fand in der sächsischen Landeshauptstadt das IT- und Organisations-Forum Sachsen 2009 statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Zukunft der Verwaltung im Freistaat Sachsen. Unter den Ausstellern, die sich und ihre Angebote den zahlreichen Teilnehmern des IT-Forums präsentierten, befanden sich auch der Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen KISA und das Tochterunternehmen SASKIA. An den Ständen von KISA und SASKIA nutzten zahlreiche Vertreter von Kommunen und Landkreisen die Gelegenheit, sich über aktuelle Verfahren und Dienstleistungsangebote zu informieren. Verbandsvorsitzender Dr. Hans-Christian Rickauer und KISA-Geschäftsführer Martin Schmeling zogen am zweiten Forumstag ein positives Fazit aus Sicht des Zweckverbandes.
„Die Veranstaltung bot ein sehr breites Themenspektrum und fachlich sehr interessante Diskussionen. Dabei wurde u.a. deutlich gemacht, dass bestehende Verwaltungsabläufe bei der Umstellung vom Papier auf IT-Anwendungen nicht 1:1 übernommen werden dürfen. Vielmehr muss die Umstellung als Chance verstanden werden, in die Jahre gekommene Abläufe in Frage zu stellen und zu modernisieren. Herausgearbeitet wurde außerdem die Notwendigkeit, IT-Anwendungen zu vereinheitlichen und die Datenhaltung zu zentralisieren, um so zum Nutzen aller Bürger effizientere Verwaltungsabläufe zu erreichen. Gefreut habe ich mich über die zahlreichen Gespräche, die wir am KISA-Stand mit Teilnehmern des IT-Forums führen konnten.“
Wie hoch das Anliegen des Forums im Freistaat angebunden ist, machte Ministerpräsident Stanislaw Tillich deutlich, der in seinem Eröffnungsvortrag und der anschließenden Podiumsdiskussion seine Sachkunde unter Beweis stellte. „Die Bürger erleben im Internet, dass Dienstleistungen einfach, schnell und unkompliziert abgewickelt werden können. Den gleichen Service verlangen sie auch vom Staat. Daher gilt es die Verwaltung in diesem Sinne noch bürgernäher, moderner und effizienter zu gestalten. Das Ziel unserer E-Government-Strategie ist klar: Alle wesentlichen Verwaltungsdienstleistungen sollen online angeboten werden und für den Bürger rund um die Uhr verfügbar sein“, sagte Tillich. Der Ministerpräsident erinnerte daran, dass die Dienstleistungen der sächsischen Verwaltung für viele Investoren ein wesentliches Ansiedlungskriterium seien. Als Erfolgsgeschichte wertete Stanislaw Tillich die Entwicklung des Lebenslagenportals Amt 24. „2002 haben wir festgestellt, dass die bisherigen Verwaltungsstrukturen hinderlich waren, jetzt bilden wir im Amt 24 rund 70 Lebenslagen ab.“ Tillich warnte davor, in Land und Kommunen parallele IT-Strukturen aufzubauen. Stattdessen sei die Erarbeitung gemeinsamer Lösungen wichtig.
Das unterstrich Innenminister Dr. Albrecht Buttolo in seinen Ausführungen: „Für die Verwaltung der Zukunft wird es immer wichtiger, auf den unterschiedlichen Ebenen zu kooperieren. Die Verwaltungseinheiten müssen ihre Aufgaben mehr als bislang gemeinsam planen und über den eigenen Zuständigkeitsbereich hinaus regional und überregional denken und handeln. Die Verwaltung soll soweit wie möglich auf elektronische Kommunikation und Aktenführung umgestellt werden, die einen bürgernahen rund um die Uhr Zugang zur Verwaltung ermöglicht. Als Ingenieurland Sachsen sind wir da in einer besonderen Verpflichtung.“
In der Podiumsdiskussion am ersten Tag des IT-Forums verwies der sächsische IT-Unternehmer Dr. Knut Löschke darauf, dass öffentliche Verwaltungen der IT-Anwendung in Unternehmen hinterherhinken. „Das liegt allerdings nicht am ‚Amtsschimmel’, sondern an den zumeist sehr alten Verwaltungsprozessen.“ Sachsen sei angesichts seiner rund 4,3 Mio. Einwohner und den 40.000 Verwaltungsmitarbeiter durchaus mit einem Konzern zu vergleichen. „In Unternehmen dieser Größenordnung wird eine einheitliche ERP-Lösung auf Vorstandsbeschluss eingeführt“, sagte Löschke. In den öffentlichen Verwaltungen im Freistaat stünden dem hingegen viele Hindernisse im Weg. „Wir müssen weg vom ‚Das haben wir schon immer so gemacht’ und dürfen auf keinen Fall bestehende Organisationssysteme in neue Formen gießen.“
Dr. Hans Bernhard Beus, der IT-Beauftragte der Bundesregierung, forderte die Zuhörer auf, alte Zöpfe abzuschneiden. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die IT-Anwendung in den Verwaltungen in kaum für möglich gehaltener Geschwindigkeit entwickelt. „Aber das ist erst der Anfang, der Prozess wird sich noch weiter beschleunigen. Die Finanznot wird uns Beine machen.“ Beus führte als Beispiel für überholte Strukturen die mehr als 100 Rechenzentren unterschiedlicher Bundeseinrichtungen an, deren Zusammenfassung unabhängig von Behördenstrukturen zwar „ein schmerzhafter Prozess“, aber aus Effizienzgründen dringend geboten sei.
Tassilo Lenk, der Landrat des Vogtlandkreises, betonte, dass der Bürger bei der Gestaltung aller Verwaltungsprozesse das Maß der Dinge sein muss. Während verwaltungsinterne Prozesse durchaus in hohem Maße automatisiert ablaufen können, muss nach außen auch der Kontakt von Mensch zu Mensch möglich bleiben. Im Hinblick auf die Modernisierung von Strukturen und Abläufen verwies Lenk auf die Erfahrungen der Kreisverwaltung mit Telearbeit. Diese Option werde derzeit von 60 Beschäftigten genutzt. Statt Anwesenheit im Büro sei nun die Erfüllung von Aufgaben das Kriterium – mit dem Ergebnis, dass die Beschäftigten eine sehr gute Motivation und ein Leistungsplus von zehn bis 15 Prozent zeigten.