Deutsche und tschechische Partner unterzeichnen Kooperationsvertrag unter KISA-Führung
Deutsche und tschechische Partner bringen gemeinsames Projekt SAX-TRANS-IT auf den Weg. Am 31. März 2009 wurde in Oberwiesenthal die Kooperationsvereinbarung für das Projekt SAX-TRANS-IT unterzeichnet. Die Kooperationsgemeinschaft setzt sich aus dem Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen (KISA) als Lead-Partner sowie den Projektpartnern – der Stadt Kurort Oberwiesenthal, der Gemeinde Breitenbrunn Erzgebirge, der Stadt Boží Dar, der Stadt Jáchymov und der Stadt Louèná pod Klínovcem – zusammen. Durch das Vorhaben SAX-TRANS-IT sollen in einem ersten Schritt Instrumente geschaffen werden, um die nationale und internationale Vermarktung der Region „Oberes Erzgebirge“ zu unterstützen. Touristen erhalten zudem die Möglichkeit, sich via Internet über Tourismusangebote in dieser deutsch-tschechischen Grenzregion zu informieren, ein individuelles, grenzübergreifendes Tourismuspaket zu schnüren und dieses zu buchen. Vor Ort soll ein elektronisches Orientierungssystem in den beteiligten Kommunen und in ehemaligen Dienstgebäuden der Grenzübergänge weitere Informationen liefern. SAX-TRANS-IT ist zunächst auf einen Projektzeitraum von drei Jahren angelegt, der maximale Kostentrahmen liegt bei 954.000 Euro. Da die Förderung mit EU-Mitteln im Rahmen des „Ziel-3-Programms zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik 2007-2013“ angestrebt wird, müssen die Projektpartner lediglich einen Eigenanteil von 10 Prozent dieser Summe aufbringen.
Dr. Hans-Christian Rickauer, der Vorsitzende des Zweckverbandes KISA, bezeichnete das Tourismus-Marketing als wichtige Wirtschaftsförderungsfunktion der Kommunen auf beiden Seiten des Erzgebirges. „Wir freuen uns als KISA, das wir die IT-seitige Verantwortung für dieses Projekt haben und können unseren Partnern als sachsenweit agierender Zweckverband die benötigte Zuverlässigkeit bieten.“ Mirko Ernst, Bürgermeister der Stadt Kurort Oberwiesenthal, schätzte SAX-TRANS-IT als „sehr wichtiges Projekt für die gesamte Region“ ein. Der Tourismus sei für Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen der Wirtschaftsfaktor schlechthin. Die Vernetzung innerhalb der Region Oberes Erzgebirge sei das Gebot der Stunde, um potenziellen Gästen Angebote in der gesamten Region nahe zu bringen. „Ein Tourist ist schließlich nicht in einem Ort, sondern in einer Region zu Gast“, betonte er. Zudem biete die Vernetzung die Möglichkeit, Synergien zwischen den Kommunen zu nutzen. Dirk Vogel, Leiter des KISA-Kompetenzcenters Egovernment, verwies in seinem Abriss zu den Inhalten des Projektes SAX-TRANS-IT auf die Besonderheit der Selbstorganisation der Tourismuswirtschaft unter kommunaler Qualitätssicherung. Eine Öffnung des Vorhabens für weitere interessierte Kommunen sei geplant. „Nach der heutigen Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung werden wir noch im April die Fördermittel für die Realisierung beantragen“, erläuterte Vogel. „Voraussichtlich im Oktober 2009 werden wir in die Konzeptions- und Realisierungsphase einsteigen, die bis Oktober 2012 andauern wird.“ Mit dem erreichten Fortschritt werden in den kommenden drei Jahren Stück für Stück erste Teillösungen in Betrieb genommen.
Jan Hornik, Bürgermeister der tschechischen Stadt Boží Dar, und dessen deutscher Amtskollege Ralf Fischer, Bürgermeister der Gemeinde Breitenbrunn Erzgebirge, verwiesen darauf, dass in der Region bereits seit Jahren konstruktiv über die Grenze hinweg kooperiert wird. Dabei erbrachte Vorleistungen – so z.B. die Arbeiten für ein Informationszentrum in einer früheren Zollstation und die vorab eingebrachten Förderanträge für ein gemeinsames IT-System – sollen in das neue Vorhaben SAX-TRANS-IT einfließen und durch dieses Projekt weitergeführt werden. Dr. Hans-Christian Rickauer schätzte diese Vorleistungen als wesentliche Chance ein. „Hier wird ein sehr anspruchsvolles Projekt in Angriff genommen, das auf bereits vorhandenen Voraussetzungen aufbauen kann und so eine völlig neue Qualität erreichen wird.“